Donnerstag, 24. August 2017

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Michaela Fritz

Michaela Fritz

Marketing, PR & Onlinevertrieb

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27. - 28.06.2017, Saarbrücken
"Zwei auf einen Streich" mit Schwerpunkt Digitalisierung
Vom 27. bis 28. Juni 2017 feierte das Forum Labor- und Qualitätsmanagement von Klinkner & Partner Premiere. Die bisher getrennt gehaltenen Foren Labormanagement und Qualitätsmanagement des Weiterbildungsanbieters wurden erstmals am Firmenstandort in Saarbrücken zusammengeführt. Dadurch profitierten die Teilnehmer von einer hochinteressanten Themenmischung aus allen Bereichen, denen Labor- und Qualitätsmanager/innen im Arbeitsalltag begegnen.

Um die Themen intensiv behandeln zu können, fanden parallele Streams für Labor- und Qualitätsmanagement statt, zwischen denen die Teilnehmer frei wählen und jederzeit wechseln konnten. Die Programmgestaltung bot natürlich auch 2017 ausreichend Gelegenheit und Zeit zum Erfahrungsaustausch und für vertiefende Fachgespräche.

Das neue Forum Labor- und Qualitätsmanagement beschäftigte sich mit folgenden Schwerpunktthemen:
  • Neue Arbeitswelten durch Digitalisierung und Individualisierung
  • Elektronische Dokumentenlenkung
  • Datenintegrität und IT-Sicherheit
  • Normrevisionen (ISO 9001:2015 und ISO/IEC 17025 DIS)
  • Entfristung der Akkreditierung
  • Risiko- und chancenbasierter Ansatz in der praktischen Anwendung
  • Neues Überwachungskonzept der DAkkS
  • Aufgabe und Rolle von Qualitätsmanagern
  • Haftung und Rechtssicherheit für Laborleiter
  • Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit
Highlights aus dem Laborleiter-Stream

Wie ein Controller denkt - vom Umgang mit Kaufleuten
Naturwissenschaftler und Techniker haben oft keine konkrete Vorstellung davon, was Betriebswirte genau tun und wie Controller denken. Im Betriebsalltag fordert der Controller oft Zahlen und der Zahlenlieferant weiß nicht, ob diese gegen ihn verwendet werden. Skeptische Zuhörer beruhigte Prof. Dr. Stefan Georg von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) - selbst gelernter Kaufmann und Controller - mit den Worten: "Seien Sie unbesorgt, der Controller will Ihnen nichts Böses".

Der Diplom-Kaufmann und Inhaber des Lehrstuhls für Dienstleistungsmanagement im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen erklärte, dass Controller Unterstützer und interne Berater für Vorstand, Geschäftsführung und Führungskräfte sind und sich als solche verstehen (müssen). Dabei sind sie für Struktur-, System- und Prozessberatung zuständig, erstellen Reports für das Management und vieles mehr. Wie jeder Unternehmensprozess muss auch die Laborarbeit effektiv und effizient gestaltet werden mit sinnvollen Arbeitsabläufen und stets mit Blick auf Wirtschaftlichkeit und Rentabilität des gesamten Betriebs. Das Labor steht also im Gesamtzusammenhang der Organisation und muss im Hinblick auf die übergeordneten Ziele betrachtet und organisiert werden. Diese Aufgabe fällt dem Controlling zu, was unweigerlich zur Forderung nach Kennzahlen und Transparenz führt. Allen von Controllern geplagten Laborleitern riet Prof. Georg: "Da Sie nichts zu verbergen haben, können Sie das Controlling uneingeschränkt unterstützen".
Prof. Dr. Stefan Georg erklärt die Rolle des Controllers
Neue Arbeitswelten mit mehr Flexibilität
Mit originellen und absolut überzeugenden Beispielen verdeutlichte Prof. Dr. Wolfgang Appel sehr anschaulich, wie sehr Digitalisierung und Individualisierung unsere Welt schon verändert haben und noch viel stärker verändern werden - auch für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Kaufmann ist seit 2007 Professor für Personal- und Servicemanagement der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) und war zuvor mehrere Jahre bei der BASF im Personalwesen tätig.

Beschäftigte müssen schon heute ständig neue Inhalte verstehen, verarbeiten, sich flexibel darauf einstellen und Eigenverantwortung für die freie und flexible Arbeitszeitgestaltung übernehmen. Arbeitnehmer werden zunehmend zum Selbstständigen im Angestelltenverhältnis, während Arbeitgeber um die "beidhändige Führung" nicht herum kommen. Das heißt: Arbeitgeber müssen einerseits die flexible und modulare Integration verschiedenster Arbeitsformen zulassen und beherrschen, um junge Mitarbeiter mit dem Wunsch nach flexiblen Arbeitsformen zu erreichen und zu halten und gleichzeitig altgedienten und erfahrenen Mitarbeitern gerecht werden, die meist auf Stabilität und Kontinuität im Berufsleben Wert legen.
Highlights aus dem Qualitätsmanager-Stream

Positive Fehlerkultur - eine Basis für wirksames Qualitätsmanagement
Aus Fehlern wird man klug, das wissen wir schon seit der Schule! Klug wollen alle sein, Fehler will aber keiner machen. Wie schaffe ich also eine positive Fehlerkultur als Basis für wirksames Qualitätsmanagement? Mit dieser wichtigen Frage beschäftigte sich Qualitätsingenieur Thomas Muckenheim. Der erfahrene Qualitätsmanager im Zentralen Qualitätsmanagement am Forschungszentrum Jülich versteht unter einer positiven Fehlerkultur den richtigen Umgang mit Fehlern. Denn Fehler zu machen ist wichtig, da sie Lern- und Verbesserungsprozesse antreiben. Es gilt das Motto: Fehler dürfen gemacht werden, aber möglichst nur einmal. Das bedeutet, dass Fehler gründlich analysiert werden müssen, um dann die Fehlerursache möglichst wirksam und nachhaltig abzustellen. Nur so kann eine positive Fehlerkultur langsam wachsen. Zentral ist also die Frage, wie können wir uns verbessern und nicht, wer hat versagt! Hilfreich kann es nach Meinung des Experten sein, wenn der Chef seiner Vorbildfunktion gerecht wird und mit gutem Beispiel vorangeht, indem er eigene Fehler dokumentiert.
Die Rolle des Qualitätsmanagers nach Revision der DIN EN ISO/IEC 17025
Die neue ISO/IEC 17025 wird die Funktion des Qualitätsmanagers ebenso wie die ISO 9001:2015 nicht mehr explizit fordern. Die meisten Labors planen aber die Beibehaltung des Qualitätsmanagers, denn das Aufgabenpaket bleibt und muss nach wie vor erledigt werden. Dennoch ändern sich Rolle, Verantwortung und Befugnis von Qualitätsmanagern. Das stellten die Qualitäts-Experten Thomas Muckenheim und Dr. Ulf-Eike Werner vom Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) in ihrem Gemeinschaftsvortrag heraus. Qualitätsmanager sind künftig Interessenvertreter der obersten Leitung bzgl. des QM- Systems, Berater für Prozesseigner, zentraler Ansprechpartner, sie führen Audits, interne Schulungsmaßnahmen und Managementbewertungen durch oder koordinieren qualitätsrelevante Aufgaben bei interdisziplinärer Zusammenarbeit. Dabei kann der Qualitätsmanager nur so gut sein, wie es die Leitung ermöglicht. Ihre Aufgabe ist es, gute Voraussetzungen zu schaffen und richtig zu delegieren. Grundvoraussetzung ist eine gute Ausbildung des Qualitätsmanagers, um fachliche Kompetenz in der Beratung zu gewährleisten. Wichtig ist aber auch die klare Aufgaben- und Kompetenzzuweisung sowie eine klare Projektbeauftragung.

Die Akzeptanz des QM-Systems bleibt ein zentrales Thema und beinhaltet auch die Akzeptanz des Qualitätsmanagers. Thomas Muckenheim dazu: "Wenn ich ein gutes Fachwissen habe, dann habe ich auch ein gutes Standing". Die Fachspezialisten im Labor erwarten also auch vom Qualitätsmanager eine fachliche Kommunikation auf Augenhöhe, die weit über die "QM-Formalismen" hinausgeht.
Qualitätsingenieur Thomas Muckenheim referiert zur positiven Fehlerkultur
Neue Überwachungsintervalle der DAkkS
"Es tut sich was bei der DAkkS", so überschrieb Diplom-Biologin Susanne Kolb ihre Vorträge zum Thema "Neues Überwachungskonzept der DAkkS" und "Aktuelle Dokumente und Auditschwerpunkte der DAkkS". Frau Kolb ist System- und Fachbegutachterin der Deutschen Akkreditierungsstelle sowie Dozentin und Beraterin für Akkreditierungen nach ISO/IEC 17025 und ISO 15189 im Expertenteam von Klinkner & Partner.

Mit einem neuen Überwachungskonzept will die DAkkS die Akkreditierung entfristen. Dadurch ändern sich die Intervalle der Überwachungen und in Kombination mit der Umstellung auf die überarbeitete ISO/IEC 17025 dürfte es zu einigen Turbulenzen in der Übergangsphase kommen. Das neue Überwachungsintervall soll 2 Jahre betragen, es kann jedoch durch die DAkkS verkürzt werden. Das neue Zauberwort heißt "individuelle Stabilität" der jeweiligen Konformitätsbewertungsstelle (also des akkreditierten Labors). Liegt diese Stabilität nach Einschätzung der DAkkS nicht in ausreichendem Maß vor, werden die Intervalle verkürzt. Es bleibt abzuwarten, ob es gelingt, dafür eine objektive und transparente Grundlage und damit Akzeptanz zu schaffen oder ob irgendwann Gerichte darüber entscheiden müssen. Ein Verkaufspsychologe hätte wahrscheinlich ein einjähriges Intervall gewählt und dieses bei "individueller Stabilität" verlängert - Freude und Akzeptanz wären die Folgen gewesen.

Auch die Akkreditierungskosten werden dann auf Basis einer neuen Gebührenverordnung ermittelt. Diese soll die Gebühren stärker als bisher am tatsächlichen (Personal-)Aufwand der DAkkS orientieren; jede vermeidbare Diskussion und jede zusätzliche Abweichung erhöht dann den Aufwand und die Kosten. Das soll ein Anreiz für möglichst gründliche Vorbereitung der Labors und ein reibungsloses Akkreditierungsverfahren sein und "gute" Labors belohnen. Allerdings dürfte sich die Kalkulierbarkeit der Kosten dadurch nicht verbessern.

Abgerundet wurde das Programm am ersten Abend mit einer kulinarischen Stadtführung durch die Landeshauptstadt Saarbrücken, bei der die Teilnehmer interessante Details zur Stadtgeschichte erfahren haben und nebenbei in drei Saarbrücker Restaurants kulinarisch verwöhnt wurden.
Abendessen im Restaurant "Tomate 2"
"Tolle Veranstaltung, tolle Themenauswahl. Ich habe interessante Vorträge aus beiden Streams gehört, die mir durchweg gut gefallen haben und mich weiter bringen", zog ein Teilnehmer nach dem Forum positiv Bilanz. "Das kombinierte Forum Labor- und Qualitätsmanagement war unser bislang am besten bewertetes Forum *), wie aus dem überaus positiven Feedback der Teilnehmer zu Themen- und Referentenauswahl hervorgeht. Daher werden wir das Forum auch 2018 in sehr ähnlicher Form, aber mit neuen und aktualisierten Themenschwerpunkten weiterführen", resümierte Dr. Roman Klinkner, Geschäftsführer der Dr. Klinkner & Partner GmbH.

Das Forum Labor und Qualitätsmanagement findet einmal jährlich statt und richtet sich an Entscheider und strategische Planer aus Management und Geschäftsführung, Labor-, Abteilungs- und Institutsleiter, Qualitätsmanager und Qualitätsbeauftragte sowie Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure aus Forschung und Entwicklung, Produktion und Qualitätskontrolle. Nächstes Jahr findet es vom 19. bis 20. Juni in Saarbrücken statt.

*) Weitere Foren von Klinkner & Partner sind das "Forum Laborbau"
www.laborbau.de sowie das "LIMS-Forum" www.lims-forum.de.