Sonntag, 15. September 2019

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Dr. Meike Voß

Dr. Meike Janto

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Vom 08.11. bis 09.11.2016 fand in diesem Jahr das LIMS-Forum als Kooperationsveranstaltung zwischen der Imcor GmbH und der Dr. Klinkner & Partner GmbH statt. 19 Aussteller sowie 8 Referenten begrüßten 64 Anwender und Interessierte, die sich in Vorträgen und Workshops über den aktuellen Stand der Technik, die Einsatzbereiche, den Nutzen und die Anforderungen von Labor-Informations- und Management-Systemen informierten.



LIMS-Grundlagen

Nach der Begrüßung durch Dr. Roman Klinkner führte Rainer Jonak von der imcor GmbH im ersten Vortrag in das Thema LIMS ein und gab vor allem Neueinsteigern eine Orientierung in Bezug auf Positionierung und Einsatzmöglichkeiten von LIMS. Dabei wurden Systemausprägungen und typische, z.T. branchenspezifische Funktionalitäten vermittelt. Die Themen zu technischen Standards sowie Integrationsmöglichkeiten von LIMS, aber auch die Nutzeraspekte boten auch erfahrenen Anwendern neue Einblicke. Anschließend konnten die Teilnehmer zwischen Workshops und Anwendervorträgen aus verschiedenen Themengebieten der LIMS-Welt wählen.

Frank Knoff von der Firma Imcor diskutierte in einem Workshop mit den Teilnehmern insbesondere die Funktionen eines LIMS, die von Servicelabors benötigt werden. Dazu gehörten beispielsweise die Kundenverwaltung, die Angebots- und Rechnungsstellung, die Möglichkeit zur Online-Auftragserfassung sowie die Ressourcenplanung und viele weitere. Begleitet wurde der Workshop durch Herrn Koschitzki von der Firma CSS LIMS. Er zeigte abschließend beispielhaft einen Workflow in einem Auftragslabor – vom Eingang eines buchhalterischen Auftrags über die Weitergabe ins Labor, die Ergebniserfassung und Bewertung bis hin zur Abrechnung.

Im Rahmen eines Workshops gab der Validierungsexperte Dr. Joachim Schoch-Bösken einen Überblick über die Herausforderungen bei der Zusammenführung mehrerer LIMS-Installationen, die an verschiedenen Standorten eines Pharmaunternehmens im Einsatz waren. Er hob besonders hervor, dass die zeitlichen Anforderungen häufig unterschätzt werden, insbesondere für die Harmonisierung von Dokumentation und Systemen bei einem mehrsprachigen Umfeld. Auf die Frage nach der Projektteamzusammensetzung stellte er die Notwendigkeit einer guten Mischung zwischen IT und Fachbereich mit Administratoren und Key-Usern heraus. Ebenso wurde bei Fragen nach der Projektsteuerung schnell transparent, dass kommerzielle Projektplanungswerkzeuge oft zu komplex und aufwändig in der Handhabung sind, so dass auf Excel oder Aktivitätslisten (Storyboard) mit fixen Aufgaben und Terminen zurückgegriffen wurde.

Der Workshop zum Thema Projektdurchführung konzentrierte sich auf Themen der Projektorganisation, Softwareauswahl und Erfolgskriterien. Rainer Jonak vom LIMS-Beratungshaus Imcor hob neben der Projektorganisation die Wichtigkeit einer guten Planung, was Ziele und Projektfokus angeht, hervor. Im Dialog mit den Teilnehmern zeigte sich, dass gemischte Projektteams eine wesentliche Säule des Erfolgs sind. Hierzu gehören Vertreter aus Labor, IT und eine Mischung aus guten Mitarbeitern in Projektleiter- aber auch Key-User-Rollen. Bei der Diskussion der Erfolgskriterien für ein Projekt konnten zumindest einige Punkte identifiziert werden. Dazu gehörten geordnete Projektarbeit aller Beteiligten, klare Spezifikation und Ziele sowie die Vermeidung eines zu hohen Individualisierungsgrads der LIMS-Anwendung.

Im Vortrags- und Workshopteil zur Cloud-Technologie stellte der IT-Experte Elmar Harringer zunächst die Grundlagen wie auch Chancen und Risiken eines Einsatzes der Cloud-Technologie für LIMS-Anwendungen dar. Insbesondere nahm er Bezug auf die rechtlichen Rahmenbedingungen, die bei der Verwaltung der Unternehmensdaten in einer Cloud-Applikation zu berücksichtigen sind.


Dokumentenerfassung und Laborgeräteanbindung im LIMS

Der IT-Experte Dr. Klaus Mandelatz präsentierte den Teilnehmern ein praktisches Lösungsbeispiel, wie die Interlabor Belp AG Dokumente in ihr LIMS übernimmt und verwaltet. Dabei werden Dokumente wie Sicherheitsdatenblätter oder Zertifikate mit einem Barcode versehen und nach einem Scan-Vorgang automatisch über den Barcode im LIMS zugeordnet. Die einfache, aber effiziente Technik stieß bei den Teilnehmern auf großes Interesse und führte zu einer angeregten Diskussion.

Frank Knoff vom LIMS-Beratungshaus Imcor begann seinen Vortrag mit einer allgemeinen Einführung zum Thema Laborgeräteanbindung. Dabei wurde im Wesentlichen die Vorgehensweise in einem entsprechenden Projekt beschrieben und auf die gängigen Schnittstellentypen und Kommunikationsprotokolle eingegangen. An einigen Beispielen machte er auch auf typische Stolpersteine bei der Geräteintegration aufmerksam. Im weiteren Verlauf stellte Herr Knoff einige marktgängige Werkzeuge vor, mit deren Hilfe Geräte vergleichsweise einfach und teilweise nur durch Konfiguration an ein Zielsystem angebunden werden können. Abgerundet wurde der Vortrag durch zwei Live-Präsentationen der Firmen Pragmatis GmbH und Thermo Fisher Scientific GmbH, die beispielhaft die Geräteanbindung in Ihre jeweiligen Systeme zeigten.


Validierung von LIM-Systemen

Der Validierungsexperte Dr. Joachim Schoch-Bösken gab in einem Workshop einen Überblick zur Vorgehensweise bei der Validierung von LIM-Systemen im geregelten Bereich. Er hob dabei unter anderem regulatorische Neuerungen wie z.B. die Notwendigkeit der Risikoanalyse als Grundlage für die Validierungsdurchführung hervor. Durch die Einbeziehung der beiden LIMS-Hersteller iCD und LabWare in den Workshop wurde auch transparent, welche Vorgehensweise von Anbieterseite gewählt wird und welche Unterstützung ein Kunde vom Softwarehersteller beim Validierungsprozess erwarten kann.


LIMS vs. CAQ?

Der Akkreditierungsexperte Herbert Röwer griff gemeinsam mit dem Softwareanbieter CAQ AG die Thematik der Abgrenzung von LIMS- gegen CAQ-Systemen auf. Dabei wurde schnell deutlich, dass LIMS-Anwendungen eine etwas breitere Unterstützung im Auftrags- und Probenmanagement bieten, CAQ-Anwendungen jedoch stärker Qualitätsmanagementfunktionen integriert haben, die von der Risikoanalyse über Audit- und Lieferanten-Management, Abweichungs- und Reklamationshandhabung bis hin zur prozessorientierten Dokumentenverwaltung und Bereitstellung beispielsweise von Arbeitsanweisungen reichen. Die Quintessenz der Diskussion war, dass QM-Funktionen eines CAQ durchaus auch eine Bereicherung für LIMS-Anwendungen darstellen würden. Durch den modularen Aufbau von CAQ-Applikationen ist es zudem denkbar, interessante Funktionen eines CAQ-Systems ins LIMS über Schnittstellen zu integrieren, ohne ein LIMS ersetzen zu müssen.


LIMS-Innovationen

Im abschließenden Innovationsforum wurden von mehreren LIMS-Anbietern konkrete Beispiele innovativer Lösungen vorgestellt, welche einen Ausblick auf aktuelle und zukünftige Möglichkeiten beim LIMS-Einsatz gaben. Das Spektrum reichte vom Einsatz mobiler Geräte, wie beispielsweise Tablets für die Probenahme vor Ort, bis zur Datenerfassung über Barcodetechnik, womit das Potential für ein papierloses Labor deutlich gemacht werden konnte. Die Analyse und Auswertung von Daten, die im LIMS angesammelt werden, ist häufig äußerst aufwändig. Um diese Situation zu verbessern stelle Abbott ein flexibles Recherche- und Visualisierungswerkzeug vor, das in ihr LIMS integriert ist, um Datenauswertungen leichter und schneller zu machen. LabWare fokussierte auf Laborautomatisierung aus strategischer Sicht und stellte dabei neben der elektronischen Datenerfassung von Analysegeräten vor allem die Absicherung der Laborprozesse in den Vordergrund z.B. durch die Abbildung von Workflows oder durch Schnittstellen zu übergeordneten Systemen.


Systematisch zum richtigen LIMS-Produkt

Um den Teilnehmern bei der Vielzahl der Aussteller eine bessere Orientierung zu ermöglichen stellte Klinkner & Partner den Teilnehmern bereits vorab eine ausführliche und mit Erklärungen versehene Marktübersicht in elektronischer Form zur Verfügung. Diese fasste auf überschaubare Weise die Funktionen der angebotenen LIM-Systeme aller Aussteller zusammen. Dadurch konnten sich die Teilnehmer bereits vor dem Start der Veranstaltung einen Überblick über alle Aussteller verschaffen, um direkt mit den für sie passenden Ansprechpartnern ins Gespräch zu kommen. Die Handhabung der Marktübersicht wurde für einen sichereren Umgang am ersten Veranstaltungstag auch vom Validierungsexperten Dr. Joachim Schoch-Bösken vorgestellt. Als weitere Orientierungshilfe fanden am ersten Veranstaltungstag Kurzvorstellungen aller anwesenden LIMS-Aussteller statt, die in kompakter Form ihre Firma und die angebotenen LIM-Systeme vorstellten. Zu Beginn des zweiten Veranstaltungstages gab der LIMS-Dialog neben Diskussion und Erfahrungsaustausch mit Teilnehmern und Ausstellern auch die Möglichkeit zur direkten Kontaktaufnahme mit potentiellen LIMS-Lieferanten. Das LIMS-Forum bietet mit seiner kompakten Gegenüberstellung aller teilnehmenden LIMS-Aussteller einen großen Vorteil gegenüber herkömmlichen Labor-Messen, da alle Anbieter in einem Raum versammelt sind und somit ein guter Überblick gegeben ist.


Diskussion und Feedback

In Rainer Jonaks Workshop zur Projektorganisation und Softwareauswahl trat bezüglich der Auswahl des richtigen LIM-Systems die Frage auf, wie man die Systeme voneinander abgrenzen könne, nachdem auf dem Papier jeder LIMS-Anbieter nahezu „alles“ kann und abdeckt. In der Diskussion wurden Kriterien identifiziert, die eine erste Eingrenzung erleichtern. Dazu gehörten Anbietereigenschaften wie z.B. Historie, Verbreitung und Anzahl der LIMS-Installationen sowie der Blick auf technologische Zukunftsfähigkeit, die spezifisch benötigte Funktionalität und die Referenzen in ähnlichen Branchen. Jürgen Flekna von der Firma Pragmatis empfahl, zwei oder drei konkrete Praxisbeispiele aus dem eigenen Labor herauszuarbeiten und sich deren Anwendung in den LIM-Systemen der verschiedenen Anbieter demonstrieren zu lassen. Diese Methode garantiere den besten Überblick, welches System die Anforderungen erfüllen könne.

Von allen Beteiligten gab es auch in diesem Jahr wieder viel positives Feedback. Marc Rilling von der Firma up to data zog als Fazit: „Als Resümee lässt sich sagen, dass das LIMS-Forum für uns eine Veranstaltung mit Potenzial und Chancen ist, die wir gerne auch nächstes Jahr wieder in Anspruch nehmen werden“.
Jürgen Grünewald von der zum ersten Mal ausstellenden CAQ AG erklärte: „Wir freuen uns darauf im kommenden Jahr wieder dabei sein zu dürfen.“.
Zufrieden mit der Veranstaltung und dem Programm waren auch die Referenten, von denen der Validierungsexperte Dr. Schoch-Bösken es mit folgenden Worten ausdrückte: „Die Themen der Vorträge deckten ein breites Spektrum ab und sprachen damit sowohl Anfänger als auch gestandene Nutzer an“.
Auch unter den Teilnehmern gab es eine positive Resonanz. So urteilte ein Teilnehmer nach Ende der Veranstaltung: „Super Forum! Wurde selten so umfangreich und umfassend zu einem Thema informiert.“

Im nächsten Jahr wird das LIMS-Forum vom 07.11.-08.11.2017 stattfinden. Gerne informieren wir Sie sobald weitere Eckdaten bekannt sind. Teilen Sie uns dazu bitte Ihr Interesse per Mail mit.